Estimismus: Gedanke und Erklärung

Zürich, 30. Dezember 2020

Der Estimismus ist ein Gedanken-Entwurf für eine intakte Natur und eine gesunde Gesellschaft und eine funktionierende Wirtschaft auf Basis richtig gesetzter und gelebter Werte.
Estimismus leitet sich aus dem Wort «ästimieren» her.

Die Überlegung fusst auf zwei Grundsätzen:

1. Lao-Tse hinterliess uns diese Aussage: «Überall wo wir so in ein Gefüge eingreifen, dass es sich nicht mehr selbst erholen kann, wird es sich an uns rächen».

2. Sehr viele unserer aktuellen Fragen und Probleme erscheinen unlösbar. Aber sie liessen sich lösen, wenn wir die Werte und Bewertungen in der Grundlage der Fragen überdenken und korrigieren.

 

Wertschätzung, Anständigkeit, Verantwortung und Demut müssen wieder in unsere Reflexe, Sinne und in unser Handeln.


Wertschätzung gegenüber der Natur, also jenem Gefüge, welches unser Leben überhaupt erst ermöglicht, genauso wie gegenüber anderen Ländern, anderen Kulturen, anderen Religionen.


(Es ist erlaubt, aus der Geschichte der letzten 300 Jahre die Rosinen herauszuklauben und zu würdigen und es ist ebenso erlaubt, die grossen - auch noch viel älteren - Denker auf dem Hintergrund ihrer Ära zu beurteilen.)


Anders gesagt: Wenn sich eine Gattung, eine Spezies nicht mehr artgerecht verhält, wird es vom übergeordneten System dezimiert.

Es ist möglich, dass ich mit meinen Gedanken anecke, dass sie auf den ersten Blick «unmoralisch» oder ketzerisch wirken, damit muss ich leben.
Mir ist aber sehr daran gelegen, dass unser Planet weiter von uns allen lebenswürdig bewohnt werden kann! Dazu sind Korrekturen in unseren aktuell gelebten Werten unumgänglich. Dass dies zu unbequemen oder vermeintlich verwerflichen Ideen führt, zeigt höchstens, wie dringend das Umdenken ist.


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Die nachfolgenden Texte versuchen meine Gedanken an Beispielen zu veranschaulichen

Wenn wir beispielsweise in Afrika irgendwo eine Hungersnot zu lindern helfen, ist das moralisch und gesellschaftsfähig. Wenn die so durchgefütterten Kinder mit 12 oder 15 Jahren keine Ausbildung haben und aus der von unserem Zivilisationsmüll versauten Heimat fliehen müssen, finde ich das zynisch! Der Zivilisationsmüll stammt von unserer «freien Marktwirtschaft». Ohne Rücksicht auf Verluste – das E-Auto trägt genauso dazu bei.

In USA und nicht nur dort haben wir Rassenkämpfe und Unterdrückung. Medial kommt das dann damit in die einzelnen Schweizer Stuben, dass der «Mohrenkopf» jetzt umbenannt wird. Das «wir-sind-alle-gleich» funktioniert nicht, denn wir sind es nicht. Der Fehler liegt im «Wert» und in der «Bewertung». Sehr viele Schwarze haben beispielsweise viel mehr Musik und Rhythmus im Blut, wieso geben wir dem nicht den Wert, der diesem Talent zusteht? Bei uns gibt es Musik-Therapien, weil die Weissen offenbar diesbezüglich an einem Mangel leiden.

Wenn ein reich gewordener Geschäftsmann ein Teil seines Reichtums in ein, ihm sinnvoll erscheinendes soziales Projekt steckt, halten wir das für ehrenwert. Fertig gedacht ist es aber elitär und zeigt lediglich, dass er entweder unter Ausbeutung von Mitarbeitern oder Ressourcen zu sehr viel Geld gekommen ist oder dass er sein Produkt überteuert verkaufte. Bräuchte es diesen «sozialen Geldsegen», wenn sein Produkt fair entstanden und angeboten worden wäre? Ganz nebenbei werde ich ja so eventuell auch zum Finanzierer einer Sache, die meinen Grundsätzen vielleicht nicht entspricht. Moralisch gilt das als korrekt, aber es gehörte geächtet.

Wir müssen überdenken, was erwerbbar ist, was einen Wert hat oder haben kann.
Vor wenigen Jahren entstanden aus diversen psychiatrischen Forschungen, Studien und Überlegungen die «Peers» (Genesungsbegleiter). Man hatte herausgefunden, dass Menschen die eine psychische Krankheit durchgemacht haben, anderen bei der Genesung helfen konnten. Der «Röntgenblick» darauf, legt Folgendes frei: Die Psychiatrie kann einiges, aber die Menschlichkeit, die Menschverbundenheit scheint ihr abhandengekommen zu sein, nun muss sie ganz «alltägliche Menschen» anstellen. Damit das Gewöhnliche, Naheliegende daran, nicht ruchbar wird, schafft man eine Ausbildung (ich will diese Ausbildung keineswegs schmälern!) Gleichzeitig wird eine ganz menschliche Aufgabe, die des Helfens und Beistehens eine bezahlte Arbeit, weil es für die Menschlichkeit jetzt ein Zertifikat gibt.
Wenn ich der alten, einsamen, gutsituierten Nachbarin Einkaufen gehe und mit ihr dann noch einen Kaffee trinke und plaudere (natürlich habe ich dafür kein Zertifikat) würde man auf mich zeigen, wenn ich hierfür einen Betrag fordern täte.
Beide Dienstleistungen müssen bezahlt werden. Denn dies ermöglicht es jenen, die von der Wirtschaft (noch) zu knappgehalten werden, um Gratisarbeit anzubieten, gute Dienste zu leisten. Hingegen müssen wir darauf verzichten, menschliches, alltägliches und «normales» zu akademisieren.

Mit unserer Sprache und den Begriffen, die wir verwenden implizieren wir mehr, als wir denken und mehr als wir sollten!
Wir bringen es fertig schlechtbezahlte oder arme Menschen als «sozial benachteiligt» zu bezeichnen – diese Menschen sind wirtschaftlich benachteiligt!
Wir nennen Nachbarschaftshilfe «Solidarität»
Und wir sind zu «social distancing» angehalten – nur «physical distancing» ist wirklich nötig!

mehr folgt